Kinderarmut - Zeit zu handeln


Am 11.07.17, um 19:16 Uhr

In Deutschland ist jedes fünfte Kind arm. Das ist keine neue oder überraschende Entwicklung. Die Bundesregierungen, egal ob CDU/CSU, SPD, Grüne oder FDP regierten, haben bisher nichts getan, um daran Grundsätzliches zu ändern. Für die Kinder allerdings bedeutet die Untätigkeit der Politik zunehmend eine schlechtere gesundheitliche Versorgung, geringere Bildungs- und Teilhabechancen, nicht selten lebenslange Armut.

Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden. Erstens müssen wir mehr Geld in die Familien geben. Denn Kinderarmut ist ursächlich verknüpft mit der Einkommensarmut der Eltern. Gleichzeitig werden Kinder für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen zum Armutsrisiko. Darum braucht es eine deutliche Erhöhung des Kindergelds auf 328 Euro. Für diejenigen, bei denen eine Erhöhung des Kindergelds nicht ausreicht, braucht es Kinderregelsätze, die wirklich vor Armut schützen. Diese Leistungen müssen unbürokratisch und sanktionsfrei gewährt werden.

Zweitens brauchen wir eine Stärkung der sozialen Infrastruktur, um Kinderarmut langfristig zu bekämpfen. Das heißt, Bildung – dazu zählt für DIE LINKE auch die Kita – muss grundsätzlich kostenlos sein. Wir brauchen eine unentgeltliche Kita- und Schulverpflegung, den Ausbau der Kinder- und Jugendhilfe sowie kulturelle und sportliche Angebote. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch, nun ist es an der Zeit zu handeln.