Keule, Klöße, Kapitalismus


Am 19.12.2019, um 15:46 Uhr
Kategorie: Artikel

Die Arbeiterwohlfahrt geht auch in diesem Jahr auf die VON HERZEN Tour und veranstaltet kleine Weihnachtsmärkte an Orten, die sonst nicht gerade im Lichterglanz erblühen. Vor allem Kindern aus ärmeren Familien soll so eine Weihnachtsbescherung direkt vor der eigenen Haustür bereitet werden. Wie gelungen diese Aktion ist, habe ich bereits vergangenes Jahr erfahren als ich als einer von vielen Freiwilligen bei der Essensausgabe geholfen habe. Doch natürlich können wir uns als LINKE nicht mit gelungenen Almosenaktionen zufrieden geben. Armut und soziale Ausgrenzung sind gesellschaftliche Probleme und müssen auch auf dieser Ebene bekämpft werden. Kurzfristig hieße das weg von Hartz IV und seinem unwürdigen Sanktionssystem, welches Kinder und Jugendliche besonders hart trifft, hin zu einer solidarischen Mindestsicherung. Darüber hinaus brauch es eine Infrastrukturoffensive mit einem massiven Ausbau von Bahn, Bus und Tram bis hin zu Bildungs- und Kultureinrichtungen. Mietensteigerungen müssen, wie es Berlin vormacht, bundesweit gedeckelt werden. Der Mindestlohn sollte auf ein Niveau gehoben werden, dass nicht nur vorm Aufstocken und dem Sanktionsregime schützt, sondern auch für eine armutsfeste Rente reichen. Mittelfristig brauchen wir auch Veränderungen in unserem Arbeitszeitregime: sowohl die Wochen-, als auch die Lebensarbeitszeit können verkürzt werden, ohne dass sich am volkswirtschaftlichen Wohlstand etwas ändern würde. Und da auch all diese Maßnahmen nicht über die kapitalismusimmanenten Widersprüche zwischen Arbeit und Kapital, über Hunger, Krieg und Klimawandel hinweghelfen werden, müssen wir auch an das große Ganze ran. Das Problem heißt nach wie vor Kapitalismus, das sollten wir auch in ach so besinnlichen Zeiten nie vergessen. Diesen zu überwinden sollte wenn nicht erstes, so doch oberstes Ziel linker Politik und Kämpfe sein. Das mag alles klingen wie mein Wunschzettel an den Weihnachtsmann. Doch mehr als den frommen Wunsch braucht es dafür Mut und Hingaben zu einem solidarischen Aufbruch. In diesem Sinne: auf in die 20er Jahre! Wir haben die Zukunft zu gewinnen