Rettet sie alle: Massengrab auf den griechischen Inseln verhindern!


Am 26.03.2020, um 21:36 Uhr

Während hierzulande im Zuge der Corona-Pandemie allerorten Solidarität beschworen und gefordert wird, ist sie andernorts nur schwer ausfindig zu machen. Die Rede ist von den Geflüchtetenlagern auf den griechischen Inseln Lesbos und Chios. 24.000 Menschen leben derzeit im sogenannten Camp Moria unter widrigsten Bedingungen. Auf der Nachbarinsel Chios sind es „nur“ 6.000 - die Lage dort soll sich jedoch ähnlich katastrophal darstellen. 
Denn nachdem in den letzten Wochen bereits peu a peu Helfer*innen und NGOs verdrängt wurden, geht man nun dazu über die Menschen sich selbst zu überlassen. Lebensmittel und Wasser werden nur noch schmal rationiert ausgegeben und dürften gerade so vor dem Hungertod bewahren. 1000 Kilokalorien pro Person pro Tag, weniger als die Hälfte einer empfohlenen Tagesmenge, werden den Insassen zugeteilt, dazu neun Liter Trinkwasser pro Familie, unabhängig von ihrer Größe. Während hier die Sorge fehlendem Desinfektionsmittel gilt, wird auf Lesbos gerade die Versorgung mit fließendem Wasser eingestellt. Obendrein treiben auf den Inseln noch immer rassistische Banden ihr Unwesen, greifen Menschen an und legen Brände.
Allein diese Fakten lassen erahnen welche unwürdigen Bedingungen dort herrschen. Mein Fraktionskollege Michel Brandt hat sich vor Kurzem vor Ort ein Bild von Lage gemacht. „Das Leid, der Tod von Menschen wird [von der EU] billigend in Kauf genommen“, so sein Resümee.
Was wir jetzt brauchen, ist eine sofortige Evakuierung aller dort lebenden Menschen. Deutschland allein hätte die Kapazitäten, alle dort eingepferchten Menschen sicher unterzubringen. Wer hier nur zuschaut und auf „gemeinsame“ Lösung wartet, macht sich durch Unterlassen mitschuldig . 
Ich befürchte auch ohne die Pandemie, wäre die Situation in den Lagern dramatisch. Mit ihr handelt es sich um eine Zeitbombe, für ein weiteres Massengrab im Verantwortungsbereich der Europäischen Union. Voller Inbrunst schließe ich mich daher dem Aufruf an: #SAVEthemALL – Rettet sie alle!

Wer von zuhause aus solidarisch mit den Menschen in den Lagern handeln möchte, kann dies vor allem durch Spenden, aber auch durch das Unterstützen folgenden Petitionen. 
Mission Lifeline: https://mission-lifeline.de/
Leave No Behind: https://leavenoonebehind2020.org/de/donate/

Petition: https://www.change.org/p/alle-menschen-leavenoonebehind-jetzt-die-corona-katastrophe-verhindern-auch-an-den-außengrenzen